Thomas Mann. . Leben und Werk in Original-Beiträgen

Thomas Mann. . Leben und Werk in Original-Beiträgen

Hermann Kurzkes Lebensbeschreibung Thomas Manns ist ein absoluter Meilenstein. Als fundierter Geheimnisträger der Werke Manns – Kurzke hat u. a. eine sechsbändige Auswahl der Essays kommentiert (gemeinsam mit Stephan Stachorski) – bietet Kurzke eine Reichhaltigkeit an interessanten Einblicken ohne sich in nebensächlichen Kleinigkeiten zu verlieren oder der populären frage zu erliegen ob er denn nun schwul war oder nicht der “praeceptor germaniae”. Bedingungslose Ergebenheit ist seine Dingsbums jedoch nicht ausgewogene Sachlichkeit bestimmt die Aufzug die Kurzkes an den arbeiten orientierte Vita so lesenswert macht. Das Menschliche bleibt bei alldem nicht ausgespart – habe über seine Kommentar “wem noch niemals Besuch auf die ablenken ging der werfe den ersten Stein” (in Zusammenhang auf Ida Herz) doch sehr gelacht. Äußerst empfehlenswert zumindest für Leser mit einer guten Know-how der Werke Thomas Manns. Wer mehr am Karriere selbst interessiert ist der greife als Einstieg zu Donald Praters “Thomas Herr – Deutscher und Weltbürger”.

Eine wirklich tolle DVD!

Wohlgefühl kaum ein zweiter deutscher Dramatiker des 20. Jahrhunderts hat sein wohnen derart zu literarisieren gewusst wie Thomas Kerl (1875-1955). Die akribisch geführten Tagebücher des Erzählgenies geben selbst über kleinste Ess- und Schlafgewohnheiten Aufschluss und seine formvollendeten Korrespondenz an Freunde und Kollegen schrieb Ehegatte sofern sie nicht ohnehin in Romane Rezeption fanden immer auch auf eine mögliche posthume Kundgabe hin. Vorsatz war es wie der Schriftsteller in einem Schreiben an Eberhard Hilscher 1951 festhielt ein “in sich geschlossenes Lebenskunstwerk” zu erschaffen.

Diesem Fassette einer ästhetischen Verwandlung von hausen in Kunst widmet der Mainzer Germanist Hermann Kurzke seine umfassende überaus kundige und sehr gut lesbare Biografie. sorgfältig und mit viel Sinn für scheinbar Nebensächliches (“Als Kleinkind schlief Tommy in einem Gitterbettchen mit grüner Gardine”) schildert er Manns Lebenslauf vom bildungsbürgerlichen Lübecker Kaufmannshaushalt über die Exilzeit in den USA bis hin zu Pracht und Ärger der späten Jahre in der Schweiz. Wie fruchtbar dabei auch die biografische Deutung der Werke eines Schriftstellers geraten kann der sich und seine Zeitgenossen immer wieder hinter den Masken seiner Romanhelden zu verstecken wusste demonstrieren vor allem die fundierten Kapitel über den Zauberberg (1924) und die Joseph-Tetralogie (Band 1: Die Geschichten Jaakobs Streifen 2: Der junge Joseph; Band 3: Joseph in Ägypten; Band 4: Joseph der Ernährer (1933-1943)).

“Spielerisch huscht Thomas Mann immer wieder hinter seine Figuren” schreibt Kurzke dementsprechend. “Neckisch zwinkert er dem Leser zu und fordert ihn auf ein gleiches zu tun Figuren zu suchen hinter denen er sein Freud und Elend verbergen aber auch zugleich offenbaren kann”. So ist die kluge brillant geschriebene Biografie nicht zuletzt auch eine Vorladung Bücher wie Buddenbrooks (1901) Tod in Venedig (1912) Doktor Faustus (1947) oder Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull (1954) mit neuen Augen zu lesen.

Man Geill

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