Gleissendes Glück,
Seitenweise werden gestammelte Dialoge wiedergegeben die zwar so in der Realität geschehen mögen doch niemanden als Leser bei der Stock halten. hier und dort gibt es zwischen Edward und Mrs. Brindle ein paar Eingeständnisse heftiger Verlangen die aber durch Schüchternheit oder Gottesglauben eingeschränkt werden. Das Ganze hinterlässt am Ende den üblen Nachgeschmack eines krankhaft-gestörten Verhältnisses zum eigenen Leib der aus der Erzählerin spricht. bestehend wo sie sich hätte vorwagen können bricht sie ab dort wo sie meint Aufregendes zu erzählen verharrt sie im Klischee.
Eine wirklich tolle DVD!
Mrs. Brindle führt in ihrer schottischen Heimatstadt Glasgow ein trauriges Dasein. In einer unerträglichen Endlosschleife aus Putzsucht Apathie und ungelebten träumen verdämmern ihre Tage. eine grö und mehr gehen Mrs. Brindle dabei die Sinne aus. Die Ehe mit Mr. Brindle erwies sich ebenfalls buchstäblich als Reinfall Hiebe jedenfalls sind das was der rohe und gefühllose Lebenspartner am besten beherrscht. selbst Gott Mrs. Brindles großer Tröster vergangener Regelblutung scheint das Interesse an ihr verloren zu haben.
Im täglichen Fernseheinerlei entdeckt unsere Heldin eines Tages die Ratgebersendung des populären Psychologieprofessors Edward E. Gluck. Ihn verklärt sie fortan zur Projektionsfläche ihrer geheimen Sehnsüchte zum Jesus ihrer Traurigkeit. während der Psychoguru auf einem Tagung in Stuttgart weilt setzt Mrs. Brindle alles auf eine Karte und reist ihm hinterher. Die beiden begegnen sich und die verzweifelte Retrieval der Gemahlin nach Wahrhaftigkeit und Liebe beginnt bei dem larmoyanten Weltmann der sich anfänglich nur wohlwollend therapeutisch herablassend gibt langsam Wirkung zu zeigen. ein fragile immer inniger werdende Kontakt entsteht.
Die 1965 in Dundee geborene A. L. Kennedy in Großbritannien längst eine feste Größe leuchtet in ihrem ersten bei uns erschienenen Fabel tief hinein in die Seelen von Gestrauchelten und Gestrandeten in einer erkalteten Welt. konzentriert durchläuft ihre Story ab der zweiten Hälfte eine seltsame Metamorphose: Waren Mrs. Brindles Probleme bislang eher philosophisch-ethischer Art so offenbart der Professor während eines nächtlichen Telefon-Outings plötzlich dunkelste Seiten seiner Persönlichkeit. In einem geschickten Rollentausch wird so der Therapeut zum eigentlichen Pflegefall. Glucks sexuelle Obsessionen (auch sprachlich wird hier nicht hinter den Berg gehalten) wirken im Umfeld jedoch merkwürdig spekulativ und aufgesetzt; den Leser beschleicht das Gefühlsregung plötzlich in eine literarische Derivat von 9 ½ Wochen geraten zu sein. ungeachtet auch Mrs. Brindles Seelenheil steht unversehens auf dem Spiel!
Man Geill
Gleissendes Glück, jetzt bei kaufen …
